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Gießaufruf für Pfaffenhofens Bäume und Wasser sparen
25. Juni 2026
Die anhaltende Hitze und die ausbleibenden Niederschläge setzen Pfaffenhofens Stadtbäumen zunehmend zu. Die Stadtwerke bitten deshalb die Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung beim Gießen der Bäume. Gleichzeitig wird darum gebeten, sparsam mit dem Wasser umzugehen. Wie passt das zusammen?
Hitzeperioden, wenig Platz für die Wurzelentwicklung, von Asphalt umgeben: Keine optimale Bedingung für die gesunde Entwicklung eines jungen Baumes. Dabei ist diese Entwicklung sehr wichtig, denn Stadtbäume senken die Temperatur in der Stadt. Damit Stadtbäume gut durch heiße Sommer kommen, hofft das Team um Stadtgrün-Leiter Mario Dietrich auf die Unterstützung der Bevölkerung.
„Gerade in Trockenzeiten sind wir darauf angewiesen, Wasser zu sparen. Aber die Stadtbäume verdursten. Und wenn sie absterben, können sie keinen Schatten mehr spenden und auch nicht mehr als Hitzeschutz dienen. Dann leiden wir und die Natur. Es ist ein Kreislauf“, erklärt Dietrich. Er appelliert an die Pfaffenhofenerinnen und Pfaffenhofener, die Bäume in ihrer unmittelbaren Umgebung regelmäßig zu gießen. „Wer einen Baum in der Nähe seiner Wohnung oder seines Hauses hat, kann mithelfen, ihn durch die heißen Sommermonate zu bringen. Ein bis drei Gießkannen pro Woche helfen dem Baum zu überleben“, so der Stadtgrün-Leiter.
Gleichzeitig rufen die Stadtwerke dazu auf, Wasser zu sparen. „Der aktuelle Wasserverbrauch in Pfaffenhofen ist sehr hoch“, erklärt der Wassermeister der Stadtwerke Peter Fink. Er appelliert auf einen sparsamen Umgang mit Trinkwasser. Konkrete Maßnahmen sind: Rasen nicht sprengen, Beete nur frühmorgens oder abends punktuell gießen. Außerdem sollten Pools aktuell nicht neu befüllt oder nachgefüllt werden, wenn dies nicht notwendig ist. Im Haushalt gilt: Kurz duschen statt Baden und tropfende Hähne reparieren.
Doch wie passt ein Gießaufruf mit dem Aufruf zum Wassersparen zusammen? Idealerweise sollten die Bäume mit gesammeltem Regenwasser aus Zisternen oder Regentonnen gegossen werden. Dadurch wird kein zusätzliches Trinkwasser benötigt. Außerdem, so Dietrich, sollte ein Stadtbaum derzeit Vorrang vor dem Rasen haben. Während Rasenflächen kaum zur Abkühlung beitragen, leisten Bäume einen wichtigen Beitrag für das Stadtklima.
Dass der Gieß-Aufruf nicht jedem gefällt, ist sich Mario Dietrich bewusst. „Manche werfen uns vor, dass es doch unser Job sei. Schließlich werden unsere Leute dafür bezahlt“. Tatsächlich sind die Stadtwerke für das Gießen der Bäume im gesamten Stadtgebiet verantwortlich. Pflanzung, Pflege, Bewässerung – über 8.500 Stadtbäume werden vom Stadtgrün-Team betreut, davon allein über 1.000 Jungbäume.
Wenn es wenig regnet und heiß ist, gießt das Team wöchentlich alle neu gepflanzten Bäume. Sie haben Vorrang, da ihre Wurzeln noch nicht tief genug reichen, um ausreichend Wasser aus dem Boden aufzunehmen.
„Das Problem ist, dass Stadtbäume nicht in ihrer natürlichen Umgebung gepflanzt werden“, so Mario Dietrich. Zwar achte man darauf, klimaresiliente Arten zu pflanzen, die den Hitzestress besser bewältigen könnten. Dennoch sei ein Baum nicht für eine Stadt geeignet. „Ein Baum ist für die Natur, für den Wald gemacht. Ein Stadtbaum bekommt in Städten oft viel zu wenig Platz für die Wurzelentwicklung und ist dann noch von viel Asphalt umgeben, sodass der Boden stark verdichtet ist. Und anders als im Wald fehlt die natürliche Beschattung durch andere Bäume“.
Das Team Stadtgrün versucht – neben der Pflanzung klimaresilienter Arten – mit Gießringen dem Trockenstress zu entgegen. Die schwarzen Ringe werden am Boden befestigt und dienen als Wanne. Wenn nun jemand gießt, fließt das Wasser gezielt auf die Wurzeln des Baumes. Das spart Wasser und Arbeitszeit. Zudem werden die Stämme der jungen Bäume weiß angemalt. „Man kann sich das vorstellen wie Sonnencreme. Die helle Farbe reflektiert die Sonnenstrahlen und schützt die empfindliche Rinde vor Sonnenbrand“, sagt er.
Ist selbst gießen sinnvoll?
Trotz der Bemühungen ist das Team Stadtgrün um jede Hilfe in Form einer Gießkanne Wasser dankbar. „Ein Baum gibt uns so vieles zurück“, sagt Dietrich. „Deshalb sollten wir ihm gerade in heißen Zeiten auch etwas zurückgeben.“
